Diakoniewerk Gallneukirchen
Diakoniewerk Interne Zeitung Gallneukirchen 2002
Autor: Maria Pöppl
"Watsu": Wenn ich Willi beschreiben soll, würde ich sagen: 30jähriger Mann, willensstark, zäh, lebensfroh.... - damit weiß man allerdings noch nicht, dass er oft auch große Ängste hat, autoaggressiv sein kann, wahrscheinlich nicht hört und sicher nicht spricht und seit zehn Jahren im Rollstuhl sitzt (wegen seiner epileptischen Anfälle).
Vor etwa sieben Monaten begann ich, einmal im Monat mit ihm zu Ingrids Watsu zu fahren. Von Anfang an war ihre Beziehung etwas Besonderes. Willi vertraute ihr sofort bedingungslos, und sie nahm ihn in die Arme und wiegte ihn wie ein kleines Kind. Willi weinte und jammerte anfangs viel, aber dann entspannte er sich und lachte. Meine anfängliche Skepsis war schnell verschwunden (Willi hatte nie Zweifel).
Seit drei Monaten fährt er wöchentlich zu Ingrid, und es hat sich viel verändert. Er liegt nicht mehr nur wie ein Baby in ihren Armen, "er ist gewachsen", streckt seine Beine, strampelt, schwingt und gleitet durchs Wasser, lacht und beschenkt Ingrid mit liebevollen Blicken, wenn er sich dann wieder in ihre Arme schmiegt. Ich sitze nur da und staune.
Für sein Leben heißt das, er kann wunderbare Gefühle erleben und "mitnehmen". Getragen und gehalten werden, verstanden werden und so sein zu dürfen wie man ist, sich entfalten können und nicht allein zu sein.